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Freitag, 16. August 2024

Jacke zur roten Marlene



Ich hatte genug Stoff übrig, da schien mir eine Jacke zu meiner roten Marlenehose doch ganz sinnvoll. Eine flottere, sportlichere, doch nicht ganz so im Bikerstil; Das Model aus der Zeitschrift Nähtrend 8/20, die #4 ist es dann geworden. 

                                   

Sie hat Ballontaschen, eine Weitenregulierung am Bund und eine Passe im Rücken. Gefüttert ist sie mit Resten von passendem Stoff zu Hause. Die Knöpfe schienen mir etwas zu groß, ich habe kleinere Drucker verwendet. 

Einige Fehler haben sich eingeschlichen, keine Ahnung warum ich das nicht früher bemerkt habe:

Die vorderen Taschen sind nicht in einer Linie, leicht versetzt angenäht, ich hab es erst beim Fotografieren bemerkt.   Ein Drucker ist leicht nach innen gerutscht, auch eine Sache die ich nicht mehr ändern kann.

Sicher bin ich mir aber nicht ob es sofort jemand von euch ins Auge gestochen ist; ich hoff natürlich nicht.

Der Sommer ist definitiv zu heiß für Jacken, das Ensemble muss also noch ein wenig warten. Nur zweimal war es in der Früh kühl genug es auszuprobieren, daher die Fotos

Mein Leinenkleid werde ich auch noch vorstellen, mit langen Ärmeln und auch ein nicht so ganz dünner Stoff— muss auch noch warten.

Herzlichst

Bettina




Montag, 20. Mai 2024

Leinen Hosenanzug aus einer Burda International 1988

                         

Es war einmal, ich hatte einmal….. eine Leinen Jacke in den späten 80 igern. Genäht aus einem mittelschweren haselnussbraunen Leinenstoff, den ich damals geschenkt bekommen habe. Ich liebte sie und sie passte zu fast allen Sachen die ich damals anhatte. 

30 Jahre später quälte ich meine Nähfreundin Silvia, sie hat die größte Sammlung von Schnittheften , die man sich vorstellen kann, ich bat sie die Hefte von 1986 - 1989 durchzusehen, um diesen Schnitt zu suchen. Ich fand auch ein Foto von mir mit der Jacke, zwar kostümiert für eine mittelalterlich angelehnte Sponsionsfeier, aber gut zu erkennen.

Sie fand nichts, trotz großem Engagement.

vor über einem Jahr stöberte ich auf der Will Haben Webseite nach Schnittmuster Journalen und fand drei alte Burda International Hefte, die vergleichsweise günstig waren. Eines kam mir dann auch bekannt vor, aber erst als ich sie durchsah, traute ich meinen Augen kaum! 

                                          Es war das Heft mit meiner Jacke, was für eine Freude


Leinen gekauft, etwas dünner, und losgelegt. 


Zuerst die Hose: 
Jetzt wollte ich den ganzen Hosenanzug machen. Ich passt die Passe an, ein wenig schmäler, und nahm aus der Hosenweite auch sicher 8 cm weg. 



Sie hat noch immer 30 cm am Saum!


Eingriffstaschen an der Seite, und abgesteppte Falten.

Und dann die Jacke:

Tja, 80 iger sind 80 iger, die Ärmel sind einfach zu weit. Keulenärmel sind zwar heute auch wieder modern, aber es musste schon einiges enger werden, ohne die Schnittführung ganz zu zerstören.

Die gezogenen „Schärpe“ war auch sehr weit, und das sah einfach unförmig aus. Auch meine Nähfreundinnen halfen mir die richtige Entscheidung für ein tragbare Variante zu finden. Ich nähte sie sicher um 15cm enger, so ist es eine Taillenbetonung. Sonst habe ich alles belassen, auch kleine Raglan Schulterpolster eingefügt. Einzig ein Futter aus einem BW Voile hab ich eingenäht (was nicht vorgesehen ist im Schnitt) weil ich das hübscher, angenehmer zu tragen und einfach besser fand. Es ist immer noch eine leichte Jacke. 


Wer genau schaut, sieht auch das Heft von Carta Modelli, das ich mir vor dem Foto gerade gekauft hatte. ich war auf dem Weg..... zu einem Stoffgeschäft! Man muss jede freie Zeit nutzen um auch in der Arbeitszeit seinen Hobbys frönen zu können.

Aus dem Stoffrest wurde schnell noch ein Rock gemacht, weil ich kaum Sommerröcke habe, keine Ahnung warum. 

                                            


So sah das dann gleich nach dem Fertigwerden aus, ist schon fast 2 Jahre her, ich hab keine Ahnung warum ich für mehr Fotos so lange gebraucht habe. ( Die Bluse ist übrigens HIER zu sehen)








Es sieht auf den Fotos etwas zerknittert aus, ich habe sie schon öfter getragen, und das gehört ja auch zu dem Look. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist die Jacke schon, mit den überdimensionierten Schultern, 
doch ich find sie gut.

Aus dem gleichen Heft hatte ich mir damals noch ein Kostüm aus einer feinen Wolle genäht, mit einem passenden Seidenstoff für eine Bluse. Ich fand eine Aufnahme davon bei einem feierlichen Anlass in Japan, denn auch diesen Schnitt erkannte ich sofort. Ich hatte nur die Wellen im Rocksaum hinzugefügt. 







Ich habe das Kostüm nicht mehr, die Bluse schon, ist eigentlich schade...


Herzlichst

Bettina

 


Dienstag, 27. Dezember 2022

Doubleface Wolljacke

 

Hier ist auch mein selbstgestrickter Pullover zu sehen, ich hab ihn noch gar nicht vorgestellt.

Bei meinem 4€/m Einkauf  eines Stoffüberhangs der Firma Schneiders war auch dieser etwas dickere Doubleface Wollstoff dabei. Die zwei Farben sind blau und beige-grau. Ich hab mich außen für den helleren Ton entschieden. Es sollte eine Wanderjacke werden, zum Spazierengehen, aber auch nicht zu sportlich. Außerdem sollten Blazer oder dünnere Jacken  darunter passen, auch für kältere Tage.

Von den vielen Schnitte im Heft Carta Modelli Nov 2019 gefielen mir viele, genommen habe ich dann diesen:

               

Er ist zwar aus einem dünneren Stoff im Heft, doch ist der Verschluss variabel und die Länge als Kurzmantel zu sehen. Ich habe kein Futter verwendet , (no na bei einem Doubleface) doch in den Ärmeln wollte ich dann doch eines, da schlüpft man besser hinein.


Die Nähte sind entweder mit französischer Naht (Seitennähte, Rückwärtige Naht, Ärmelnähte, Vordere Mittlere Teilungsnaht) oder mit Paspeleinfassung gearbeitet. Dafür habe ich mir extra ein Füßchen für das Nähen mit Paspeln besorgt und ich habe es auch nicht bereut. Die Paspel wurde aus einem leicht elastischem Baumwollstoff geschnitten, was jetzt nicht ideal war, aber tolerabel. Alle Paspelteile sind vor dem paspelieren zusammengenäht, denn während der Arbeit sollte das Band nicht ausreißen.

Es geht wunderbar schnell und sauber.



Die vordere Kante und der Saum sind  mit Vliseline verstärkt und mit der Hand genäht

Statt 2 Paspeltaschen habe ich gleich 4 genäht, ich dachte sicher ist sicher, die oberen wie bei einer Cabanjacke.



Der You Tube Kanal von Einer japanischen Näherei: Atelier Saison ist sehr inspirierend um neue Techniken auszuprobieren. Bei der Taschenkonstruktion habe ich mich genau an ihr Vorbild gehalten, es wird sehr akkurat genäht. Der Kanal is auch für viele andere Techniken sehr hilfreich, die genaue Arbeit hat mir imponiert. 


Bei den vielen Lagen im Kragen muss schön zurecht und zurückgeschnitten werden:

Ich wollte dann doch keine Knöpfe, der Verschluss sollte schlicht und eher unauffällig werden. Ich hab mich für 2 große Metall Drucker und 2 Pelzhakenverschlüsse entschieden. An den Dragonern und den Ärmelschlitzen musste aber schon noch eine Befestigung und ein Akzent her, es wurde eine kleine Stickerei :

           

Die Ärmelabschlüsse sind wie bei einem Blazer gearbeitet, statt Knöpfe eben die Stickerei.


Städtetaugliche Kombinationen  sind möglich, hier nur die für die Praterrunde zu sehen. 

Herzlichst

Bettina