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Samstag, 29. August 2020

Kleid Upcycling

 

Mein Kleid aus dem Jahr 2011 hatte ich aus so einer feinen tollen Baumwolle genäht, dass trotz Verschleißerscheinungen der Rest gerettet werden musste. Das Plissee habe ih damals von der einzigen Plisseemacherin in Wien machen lassen, es wär doch schade drum. Ich hatte auch noch einen kleinen Rest von einem der zwei benutzten Stoffe daheim, und so wurde dann ganz schnell ein 2 Teiler für den Sommer daraus, den ich noch schnell bevor er zu Ende geht vorstellen möchte:



Aufnahmen vor und um meinen herrlichen Arbeitsplatz in der Mittagspause.

Ich habe den Zip rausgetrennt, die Ärmel und die Oberteile aufgetrennt. Gute Stoffteile von Ärmel und Rücken behielt ich und verwendete sie zusammen mit  einem neuen Stoff. Die Ärmel sind gestückelt, alle Nähte mit französischer Naht  gearbeitet. Den Schnitt für die Buse hab ich selbst gezeichnet, an den Ärmeln ist ein Gummiband eingezogen, Falten und ein Schlitz an Vorder - und Rückenteilausschnitt. Die Kante ist mit einer dünnen Paspel aus demselben Stoff eingefasst. 


Das schöne Plissee behielt ich in der Taille, die Bluse hat auf der Rückenpasse auch das Plissee als Abschluss bekommen. 

Der Rock bekam einen neuen Zip und einen Hacken, sonst ließ ich die Falten mit dem Plissee wie sie waren. Ich hatte damals Größe 42 genäht, da passte die Änderung gerade perfekt.

So mit reingesteckter Bluse  ist das Ensemble wenns heiß ist wunderbar luftig, weil auch der  Rock recht locker sitzt. 

Herzlichst bis zu den Herbstmodellen....

Bettina


Montag, 17. August 2020

Leinenhose und Hemd Männer

 So, das war ja klar, mein Sohn wollte auch was von mir Genähtes haben nach seinen Vorstellungen. 

Wir  fanden den schönen Leinenstoff (bei einem Tauschtreffen ergattert) und eine Baumwolle die
ich  blau gefärbt hatte, weil das  Beige gar so fad war. Ich hatte keinen Hosenschnitt für Männer. Auswahl  gibts ja nicht viel ich entschied mich für diesen 06/2018#129  von  Burda Style


Auch das passende Hemd # 128 diente als Vorlage.

Warum die Hose  eine 48 Größe sein soll, weiß ich nicht.  Ich hab ein Nesselmodel genäht und dann:  Der Bund viel zu weit 8 cm ! Hab ich Bundweite  weggenommen und  den Bund 2 cm tiefer gesetzt, hintere Mitte dann wieder  2 cm hinauf und, wie er gewünscht einen leichten Schlag und nicht die engen Hosenbeine. Ich hab den Schnitt komplett neu gezeichnet, ich wollte einfach eine Männerhosenvorlage. Nun das hab ich jetzt. Viele Schrägbänder geschnitten, mehr als in der Anleitung, das sieht hübscher aus. Auch an der vorderen Mitte hab ich extra einen Hacken angenäht.







 



Beim Hemd waren die Schultern zu schmal, auch das Armloch hab ich tiefer setzten müssen, die Ärmel auf Wunsch und weil Stoff knapp war, gekürzt. Er wollte keinen Kragen, ich machte einen tiefen Stehkragen, Brusttaschen waren schon zugeschnitten, doch auch, nein.




Dafür hatte ich schöne Perlmuttknöpfe daheim, die passen gut.

   Es gibt viele Knopflöcher, an  Hemd und Hose, ich bin ja scheinbar eine der wenigen, die sie gerne macht.

Der Schlitz auf der Seite des Hemdes ist auf der Rückseite mit einem Quadrat hinterlegt, und alle Nähte sind französische.


 Ich bin ja nur froh , dass er die Sachen auch gerne anzieht.





Herzlichst

Bettina



Montag, 10. August 2020

Weiße Sommerbrise

Dieser herrlicher Boucle hatte eine weite Reise zu mir machen müssen.
Nicht zugestellt und dann von Berlin ein zweites Mal geschickt, hat er nun doch seine Bestimmung gefunden.









Der Schnitt der Jacke ist Burda 103-12/2017, ein anliegendes Jäckchen mit Fake Klappentaschen.
Ich hätte schon welche gemacht, doch der Stoff war zu knapp.
Da der Stoff im Internet gekauft wurde und ich nur ein Foto sah, war ich ein wenig enttäuscht, dass die kleinen Schleifchen so klein ausfielen. 
Auf die Entfernung konnte man sie kaum sehen.
Daher entschloss ich mich doch ein wenig Meeresbrise zuzugeben . 
Die breiten Ripsbänder hatte ich da und schon waren sie eingeplant, sozusagen als maritime Beigabe.
Auch die Hose wollte ich sie nicht so langweilig belassen, da nähte ich noch aus den winzigen Stoffresten kleine Klappen.





Das Anzeichen des Schnitts auf einem Boucle wissen sicher alle, ist nur mit schlupferln oder so wie ich jedes einzelne Stück mit Heftstichen umnähen, ich hätte die Fäden sonst vor lauter Schleifchen nicht mehr erkannt.




Hoseninnennaht, Zip, Schulternähte mit Vliseline verstärkt

Dieses feine Baumwolltuch hab ich sehr selten verwendet, es passte in Farbe und auch in Struktur wunderbar als Futter. Die Ärmel sind sich nicht mehr ausgegangen, die ließ ich ohne Futter.



Die Hosenklappen , abgesteppt.
Das Innenleben der Hose sieht dann so aus, mit dem Netzfutter und dem Bund



Das Innenleben der Jacke:



Die Druckknöpfe habe ich mit passendem Stoff überzogen .
Das war`s.
Bei der Arbeit ists sehr bequem...



Ein kleines Tüchlein ist sich aus dem Futter noch ausgegangen, wie nett.
Zum Schluss möchte ich euch unser Nähfreundinnentreffen vom Juli nicht vorenthalten, das gleichzeitig ein Geburtstags feiern beinhaltet hat, natürlich alle mit neuen Kreationen.



Herzlichst Bettina





Samstag, 30. Mai 2020

Ungaro Jäckchen




Eine Maßschneiderei in Wien, innere Stadt macht 1x jährlich einen Stoffreste Flohmarkt. Dort gibt es neben Designerstoffen auch die eine oder andere Knöpferarität, Bänder oder Leder. Einige schöne Stoffe hab ich schon verarbeitet, doch von diesem  schokobraunen Baumwollköperstretch hatte ich nur einen kleines Stück. Einen Teil der Lochstickereiborte als Abschluss , der Rest klein und ungünstig zerschnitten. Zuerst sollte es ein Rock werden mit der Borte am Saum,  doch das ging sich nicht aus. Dann ist er, in Ermangelung von zündenden Ideen und der notwendigen Zeit sich damit zu spielen  in Vergessenheit geraten. Doch die Kurzarbeit machts möglich, ich kramte ihn heraus, weil ich den Schnitt einer Sommerjacke ohne Futter, den ich immer schon einmal verwenden wollte in die Finger bekam.

108A- 05/2011 Burda




Die zweiteiligen Ärmel konnte ich mit der Stickerei Borte auf den Millimeter hinbekommen,



 auch die vielen kleinen Jackenteile, nur der Oberkragen (oder Unterkragen) war einfach nicht mehr drin. Ich entschied mich den Oberkragen aus einem braunen Samt (Evelyn Tausch machts möglich) zu nähen und den Stil der Jacke damit zu unterstreichen.



Der Vorderteilbesatz bekam in der Taille eine Naht .
Durch die geringe Nahtzugabe der unteren Teile ( dort blieb bei der Massanpassung zuwenig übrig) musste ich mir eine schöne Versäuberung überlegen, denn ich wollte sie nicht füttern, wollte sie innen offen lassen, der Stoff ist fest und angenehm zu tragen. (Wie eine Jeansjacke)



Meine stark abfallenden Schultern wurden noch ein wenig angepasst, der Armausschnitt nach unten verschoben.


Die Jacke wurde zuerst vollständig geheftet.
Für die Versäuberung entschied ich mich für ein innen aufgenähtes Ripsband, welches mit zwei Steppnähten an der vorderen Naht zusehen ist.




Die Ärmel jedoch sind innen mit der Overlock versäubert.
Der Besatz wiederum ist mit einem für alle Zwecke vorhandenen Seidensatin (ich habe von diesem Stoff einen ganzen Ballen, er wird immer wieder verwendet, Futter, Paspel, Schrägband...)
eingefasst. Das Blau mit dem Samt wirkt ein wenig trachtig, aber das passt zum Schnitt und Stoff recht gut.


Es ging aber mit dem Saum weiter: Ich wollte ihn dann doch etwas länger, da musste dann die Zugabe dran glauben und  ein Batistbesatz (unglaublich , den hatte ich zu Hause) wurde an ein Ripsband genäht, dieses an den Saum und den ( Schlitzanpassungen, Kanten) mit der Hand genäht.





So, jetzt fehlten nur noch die Knöpfe.  Wieder fand ich passende in meinem Fundus, und nun war sie fertig, die Ungaro Jacke!









Sie ist super zu tragen, passt zu vielen Sommer und auch sportlichen Outfits, einfach
Der Schnitt ist in durch die gute Möglichkeit ihn an die Figur anzupassen auch sehr zu empfehlen.



Noch ein paar Kombinationsmögöichkeiten mit meinen Kleidern:




 



Alles Liebe 
Bettina