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Samstag, 30. Mai 2020

Ungaro Jäckchen




Eine Maßschneiderei in Wien, innere Stadt macht 1x jährlich einen Stoffreste Flohmarkt. Dort gibt es neben Designerstoffen auch die eine oder andere Knöpferarität, Bänder oder Leder. Einige schöne Stoffe hab ich schon verarbeitet, doch von diesem  schokobraunen Baumwollköperstretch hatte ich nur einen kleines Stück. Einen Teil der Lochstickereiborte als Abschluss , der Rest klein und ungünstig zerschnitten. Zuerst sollte es ein Rock werden mit der Borte am Saum,  doch das ging sich nicht aus. Dann ist er, in Ermangelung von zündenden Ideen und der notwendigen Zeit sich damit zu spielen  in Vergessenheit geraten. Doch die Kurzarbeit machts möglich, ich kramte ihn heraus, weil ich den Schnitt einer Sommerjacke ohne Futter, den ich immer schon einmal verwenden wollte in die Finger bekam.

108A- 05/2011 Burda




Die zweiteiligen Ärmel konnte ich mit der Stickerei Borte auf den Millimeter hinbekommen,



 auch die vielen kleinen Jackenteile, nur der Oberkragen (oder Unterkragen) war einfach nicht mehr drin. Ich entschied mich den Oberkragen aus einem braunen Samt (Evelyn Tausch machts möglich) zu nähen und den Stil der Jacke damit zu unterstreichen.



Der Vorderteilbesatz bekam in der Taille eine Naht .
Durch die geringe Nahtzugabe der unteren Teile ( dort blieb bei der Massanpassung zuwenig übrig) musste ich mir eine schöne Versäuberung überlegen, denn ich wollte sie nicht füttern, wollte sie innen offen lassen, der Stoff ist fest und angenehm zu tragen. (Wie eine Jeansjacke)



Meine stark abfallenden Schultern wurden noch ein wenig angepasst, der Armausschnitt nach unten verschoben.


Die Jacke wurde zuerst vollständig geheftet.
Für die Versäuberung entschied ich mich für ein innen aufgenähtes Ripsband, welches mit zwei Steppnähten an der vorderen Naht zusehen ist.




Die Ärmel jedoch sind innen mit der Overlock versäubert.
Der Besatz wiederum ist mit einem für alle Zwecke vorhandenen Seidensatin (ich habe von diesem Stoff einen ganzen Ballen, er wird immer wieder verwendet, Futter, Paspel, Schrägband...)
eingefasst. Das Blau mit dem Samt wirkt ein wenig trachtig, aber das passt zum Schnitt und Stoff recht gut.


Es ging aber mit dem Saum weiter: Ich wollte ihn dann doch etwas länger, da musste dann die Zugabe dran glauben und  ein Batistbesatz (unglaublich , den hatte ich zu Hause) wurde an ein Ripsband genäht, dieses an den Saum und den ( Schlitzanpassungen, Kanten) mit der Hand genäht.





So, jetzt fehlten nur noch die Knöpfe.  Wieder fand ich passende in meinem Fundus, und nun war sie fertig, die Ungaro Jacke!









Sie ist super zu tragen, passt zu vielen Sommer und auch sportlichen Outfits, einfach
Der Schnitt ist in durch die gute Möglichkeit ihn an die Figur anzupassen auch sehr zu empfehlen.



Noch ein paar Kombinationsmögöichkeiten mit meinen Kleidern:




 



Alles Liebe 
Bettina



Mittwoch, 22. Mai 2019

Cashmerejacke

    

Ich hatte diesen wunderbaren Cashmerestoff von de La Renta gekauft um mir eine Jacke zu nähen, ohne Futter , in der Art einer Überwurfjacke. Also diesmal nichts Passgenaues, Maßgeschneidertes.
Die Suche gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn entweder war der Schnitt nicht gut genug oder ich hatte zuwenig Stoff.
Ich entschi
ed mich für einen Burdaschnitt 117b-092015, eine Jacke mit Bindegürtel und Paspeln.




Freitag, 13. September 2013

Rock mit Couturebund und Hong Kongeinfassung die Zweite





 Die Hong Kongeinfassung habe   ich schon hier in meinem Blog beschrieben, ich habe sie bei diesem Stoff benutzt, weil diese Seidenleinenmischung doch sehr franst und ich befürchte, dass sich der Stoff ausdehnt beim Sitzen . Mit dieser Einfassung kann das einfach nicht sein, ausserdem fällt er wesentlich besser,                                                                                                                                      
 

 Diese Aussparung am Saum ist absichtlich, damit die Stofflagen nicht zu dick werden beim Umschlagen

  
Der Rückenteil mit Reißverschluß und Einfassungen,

Der vorbereitete Bund mit Chanel Steppnähten, (Chanel stitching)


 Der zur Festigkeit abgesteppte Rock (stay stitch)

und der aufgesetzte Bund


 am Saum wird noch eingeschnitten damit er nicht so dick wird.





Vom Tragen sind schon Falten entstanden, auch der Einschlag für die Falte ist etwas groß geraten.


Und das ist dann die Kombination von  BluseJacke und Rock


Donnerstag, 1. November 2012

Projekt 1


So nun kann es losgehen!


Beginnen will ich mit diesem Rock aus einem wunderbaren Schurwollmix. Der Stoffrest geht sich gerade für einen schmalen Rock aus damit er nicht ganz so klassisch als Bleistift daherkommt, habe ich mich entschlossen eine einseitiger Falte, nur mit Haken und Druckknopfverschluss zu machen. Ich habe diesen Schnitt schon einmal verwendet,
 er ist flott zu nähen und sieht auch so aus. (burdastyle.de/community/mein-profil/atelier/meine-kreation-oeffentliche-ansicht/?pkgComObjectId=13eb989b-7157-2dad-b32a-c7f0f913996b. Dieser ist aus einem Stretchstoff ohne Futter in drei Stunden zu nähen , also wirklich flott) 
Damit der Stoff glatt anliegt und jeden Schritt mitmacht aber nicht aufträgt und vor allem bei dem fransendem Stoff eine schöne Stoffkante entsteht, habe ich mich für 
die Hong Kong Einfassung  und einen  Couturebund entschieden.

Bei der Hong Kongnaht wird das Futter mit dem Oberstoff  rechts auf rechts in Einzelteilen zusammengenäht, wobei die Futterseite um die Breite der Einfassung (ca. 5mm) größer zugeschnitten wird. 
Nach dem Wenden sieht das dann so aus:







 Die Stoffkanten sind schön eingefasst, auch die Falten werden mit beiden Stofflagen genäht.
Änderungen in der Passform sind einfach, Futter und Stoff sind ja gemeinsam gefasst.




 

Am Saum habe ich ein Schrägband aus Futterstoff genäht und eingeschlagen und  mit der Hand gesäumt. Ob das die richtige Methode war bin ich mir nicht sicher, es ging gut aber sicher gibt es etwas besseres. 








Couturebund

Um den Bund möglicht flach und formstabil zu halten, wird der Bund  mit Organza (aus Polyester diesmal, nicht aus Seide) und Rosshaar unterlegt. Das Rosshaar wird  schlangenlinienförmig, Fußbreit versetzt auf die Organzaverstärkung gesteppt.







Diese Verstärkung nun  auf den Bund stecken und rundum das Rosshaar steppen.











                                                                                                                                                                
Den verstärkten Bund rechts auf rechts auf die Rockteile steppen.


Ein passendes Ripsband von rechts knapp an die offene Bundkante festnähen.









 















Das Ripsband muß dann nur noch umgeschlagen werden und von Hand oder je nach Design auch mit der Maschine festgenäht werden.
Durchsichtige Druckknöpfe hatte ich vorrätig, ebenso einen Hakenverschluss.
Keine Hexerei aber eine tolle Tagewirkung, alles ist weich, trotzdem fest und fällt wunderbar. Man spürt es bei jedem Schritt, das reinste Vergnügen. 
Es gibt ein tolles Buch übers Couturenähen: The dressmakers handbook of COUTURE sewing techniques von Lynda Maynard; Interweave Press 2010.