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Montag, 13. November 2023

Seide, was für ein Material!

 




Ich habe viele Jahre auf die Verarbeitung der wunderschönen Seide gewartet, zuerst weil ich mich nicht entscheiden konnte was daraus werden sollte, dann bis der Schnitt gefunden war und dann…nach dem Anpassen des Schnitts (Stoffmodel inclusive) lag das halbfertige Oberteil fast 2 Jahre herum. Das heißt was bei mir, denn ich neige nicht zu  „Nähleichen“.

Ihr denkt richtig, jetzt ist es fertig, das Hemdblusenkleid!

Zur Wahl des Modells: Ich wollte was alltagstaugliches machen, nicht so superfein, aber durch den Stoff allein schon edel genug. Zum Glück hatte ich genügend Stoff gekauft, ich konnte verschwenderisch planen.

Mein Model war McCall´sNr. 6696


Da kann man 3 verschiedene Brustweiten aussuchen, unglaublich variabel. Mehrere Modelle und ein Unterkleid sind auch dabei. Ich machte bei dem Schnitt meine üblichen Änderungen (Brustabnäher tiefer setzen, Laib verlängern) und passte die Falten an meine Stoffbreite an. (Hab vorne und hinten zwei mehr eingefügt, wär doch schade um den Stoff gewesen, und mehr Fülle bei dem dünnen Stoff ist auch besser) 

Ein paar Inspirationen gabs für die Wahl des Schnitts und der Biesen

               

                                 
Damit's ein wenig aufwändiger, couturiger wird fügte ich Biesen am vorderen Oberteil und den Ärmeln ein, die genau mit dem Muster und dann an den Ärmel zusammenpassen müssen. Den Brustabnäher wollte ich unter der Biese oder Falte ganz verschwinden lassen. 

Auch da gabs Tests


Zuerst hab ich die Biesen gelegt (Röschen sollten nicht verstümmelt werden), genäht den Schnitt darauf und dann erst zugeschnitten, nur beim Brustabnäher ist die Falte vorher genau plaziert worden, dann erst genäht. Zur Seidenverarbeitung: 65er Maschinennadeln, aber ein „normales“ Nähgarn als Kone. Eher kleiner Stiche, 2,5. 

Der Kragen , die Manschetten, die Passe, der Bund und die Knopfleise sind mit einer BW/Seide verstürzt und mit  dünnen Vliseline verstärkt. Am  Saum ist der Stoff als breites Schrägband mit schmaler Paspel angenäht und von innen mit der Hand gesäumt. ich wollte einen etwas schwereren Fall, denn die Seide ist EXTREM leicht.

           



Mit schwarzem Satin überzogene kleine Knöpfchen musste ich im Internet besorgen, die einzig passende Schließe in der schmalen rechteckigen Form, die ich fand, war dann allerdings im Fachgeschäft. 

                            

Die Ösen im Gürtel ( er ist mit einem stärkeren Vliselieneband verstärkt) hab ich mit Knopflochseide umwandelt, genauso wie das Loch für den Dorn.



Und hier auch die Innenansicht




Die oberen Seitennähte sind mit Paspeln versäubert, wie auch die Ärmel; die Rockseite allerdings ist eine französische Naht.


Jetzt muss ich mir noch eine Combinage machen denn meine über 30 Jahre alte aus Seide ist nun doch schon langsam verschlissen. 
Bis zum Nächsten Mal
Herzlichst
Bettina




Sonntag, 10. September 2023

Marlene, was sonst?

Wieder einmal eine Marlene, diesmal auch mit einem bekanntem Schnitt. Ein günstiger Sommerstoff war da und die Hose schnell genäht. Ich nähe immer die rückwärtige Naht zum Schluß, wie bei den Herrenhosen, damit jederzeit ein wenig enger oder weiter gemacht werden kann.

Bescheibung und Schnitt im Blogbeitrag 2017.

Hier hab ich nur statt 
Haken Knöpfe 
keinen Saumaufschlag 
und die Beinweite etwas enger 
gemacht.

Innen der Bund aus einem dünnen Baumwollstoff, damit es im Sommer auch angenehm auf der Haut ist.






 Die Wollhose aus 2017 (selbstverständlich auch die Bluse…


…..und das Shirt)


Herzlichst zum Sommerende
Bettina

Dienstag, 11. Juli 2023

Blumen und Rüschen für den Sommer

 



Ein schneller Entschluss für die erst kürzlich in einem Grazer Stoffgeschäft erstandene Viskose.
Mein Mann war dabei, da fällt die Entscheidung der Stoffwahl schneller aus, und weil wir einen Jahrestag feierten, wollte ich die Erinnerung mit einem Kleid aus diesem Stoff sofort behalten.
Weil die Viskose so leicht und dünn, aber blickdicht ist, sollte sie auch schwingend zur Geltung kommen.
Normalerweise bin ich nicht so der Kleiderrüschenfan, oder der überhaupt großartig schwingenden Röcke. Mir fiel recht schnell ein ärmelloser Burdaschnitt ein, der eine Taillendrappierung und Stoffrüschen am Rockteil hatte. 
#117-04/2019 
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Die Anleitung beinhaltet kein Futter, doch wie ihr schon wisst, ist das bei mir fast nie der Fall. Auch diesmal , gerade weil es ein sehr dünner Stoff war, sollte der Rockteil etwas schwerer fallen und der Oberteil gut sitzen.
Ich entschied mich einen Seidensatinrest im Rock einzubauen und das Oberteil mit dem Originalstoff zu doppeln, Stoff war genug vorhanden. In der Taille ist das Futter mitgenäht, am Rüschensaum mit der Hand festgenäht.




 Die Schulternähte bleiben beim Doppeln offen, damit nach dem wenden des Stoffs nur noch diese geschlossen werden müssen (Kochlöffelmethode) Auf der Rückseite ist das Ende des Reißverschlusses mit einem kleinen Schrägband mit Drucker gesichert. 


Die Drapierung ist wie in der Anleitung gedoppelt worden. 
Mit der Anleitung für diese ineinandergreifenden 2 Teile kam ich nicht zurecht. Auflegen und probieren war gut, doch erst bei den Fotos aus dem Blog von sunny gal studio , sie hat das aus einfärbigem Stoff genäht, hat sich die Logik der Drapierung erklärt. Dabei ist mir aber auch aufgefallen, dass sie die kürzere Seite nach oben in der  Seitennnaht mitgefasst hat und nicht, wie in der technischen Zeichnung bei Burda zu sehen ist nach unten in die Rocknaht. ich habs wie im Burdaschnitt vorgesehn nach unten gelegt, denn das macht eine hübschere Silhouette   (einmal oben, einmal unten )        

         
                                      
Nun das sind Kleinigkeiten, es ist ein gut fallendes Sommerkleid , luftig, aber nicht einengend.
Brustabnäher und Schultern müssen gut angepasst werden. 





Beim Sommerfest als blumige Rüschenmädchen mit meiner Tochter (sie in Vinted Dolce & Gabbana Bluse) 
Der Sommer wird heiß!!
Herzlichst
Bettina







Mittwoch, 5. Juli 2023

Alle Vögel sind schon da

Dieser hübsche Baumwollstretchstoff von MOODS Fabrics lag schon eine Weile  bei mir im Kasten. Er ist dünn, für ein Etuikleid gut geeignet. Doch es ist Sommer und der Burda Schnitt #115-06/2016 gefiel mir schon immer. Ein Bustierteil mit Taillenband und Falten im Rockteil.                    

                                 

Das Brustteil muss natürlich gut angepasst werden damit es gut sitzt. Mit den vielen Teilen ist das auch sehr gut möglich.       


Ich finde so ein gut passendes Kleid sollte auch gefüttert sein, daher verwendete ich ein Viskose Stretchfutter aus meinem Vorrat. Die 2 Farben zeigen gut, wie die Schnittteile liegen, Grund war wie ihr euch denken könnt, dass ich nicht genügend Material von einem hatte.




Die Schulterschräge ist auch so eine Stelle die immer gut abgestimmt werden muss, damit das Schulterband nicht rutscht oder absteht. Ich hab zusätzlich noch 2 dünne Schrägbänder innen angenäht, die unter dem BH Träger durchgelegt und dann mit einem Drucker befestigt werden. Auch wenn die breiten Träger gut passen ist es bei einem engem Bustierteil immer wieder möglich, dass die Träger leicht rutschen. Mit dieser kleinen Hilfe passiert das sicher nicht. (Nichts lästiger, als dauernd die Träger nachzuziehen!) 

                                                           Seitlich der Reißverschluss zu sehen:


Falls es jemand interessiert, das Leinenjäckchen ist von Armani. Ein Vintage Teil bei der Online Plattform Vinted gekauft um 17€ incl. Versand.  Und hinter mir meine wunderbare Arbeitstätte! 

Herzlichst 
Bettina