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Sonntag, 27. August 2017

Flatterjacke mit kurzem Röckchen




Alles fing mit einer Jacke im Schaufenster an.
Eine kurze Kastenjacke ohne Kragen und ohne Verschluss.

Der locker verwebte Stoff fiel einfach vorne offen herunter.
Nach einiger Recherche nach dem richtigen Schnitt entschied ich mich für einen leicht taillierte Form, ein zweiteiliges Vorderteil und gerade, einteilige Ärmel. Ich nahm eine Nummer größer, als sonst, ich wollte die Jacke recht lässig und nicht zu eng, weil ja der Stoff keine Dehnung zulässt, er würde sich nur verziehen. Den Übertritt der Vorderteile und den Saum begradigte ich, den Kragen ließ ich weg,

 
Der Stoff ist extrem fransig, er besteht praktisch aus locker verwebten Bändern, er ist weder zu kennzeichnen noch zu versäubern. Ich habe die Konturen der Schittteile  mit einem Heftfaden nachgenäht und geschlupferlt, und dabei höllisch darauf geachtet den Stoff nicht zu verziehen , denn das ging ganz leicht.

Den Saum und die Ärmelkanten schlug ich mit einem Paspelstreifen um, an der vorderen Mitte und am Halsausschnitt ließ ich die Kanten offen , damit sie schön fransig wird.
2 cm von der Kante weg hab ich zur Fixierung zwei eng beieinander liegende Nähte gemacht.
Damit es innen auch hübsch und vor Allem sauber aussieht, sind alle Nahtzugaben mit Paspeln versehen. Eine Rückenpasse aus dem Baumwollstoff mußte ich einnähen, da ich sonst die Schulterpartie sicher nicht stabil halten hätte können. Die Schulternähte sind zusätzlich noch abgesteppt.





Ein leichter Baumwollstretch meiner Nähfreundin Britta hat sich perfekt für Paspeln geeignet und da von hab ich auch eine Menge hergestellt. Die einzige Bügelpaspelhilfe, welche ich besitze ergibt eine 7mm breite Paspel.
So, und wie schließe ich die Jacke?
Knöpfe und Knopflöcher sind unmöglich, der Stoff zu locker, und wenn dann müßte ich sie paspellieren. Das wär mit nicht zuviel Arbeit, aber zu dick geworden, ich wollte die Jacke doch leicht und lässig. Damit aber die Vorderteile schön auseinander fallen, sollte in der Taille zumindest eine Befestigung sein.

Ich entschied mich innen für eine Gummischlaufe ( Haargummi, die Idee hab ich vom " Threads" Magazin)  und einen kleinen Knopf dazu. Der äußere Teil war leichter in der Lösungsfindung, da sollten Bänder aus dem Reststoff gezogen , zu einem Zopf geflochten und angenäht werden.



Auf der Innenseite hab ich ein kleines Bändchen gegengenäht damit der Zopf möglichst unsichtbar bleibt und auch besser hält.
 Und weil ich noch etwas Stoff übrig hatte, dachte ich: Noch ein kleines Röckchen dazu?
Es ging sich ein gerader kurzer  Rock aus, doch das war mir zu langweilig. Ich nahm den Schnitt meines Modalröckchens (ein leicht ausgestellter Rock) und hoffte, die Länge geht sich aus, da er schräg zugeschnitten  wird.
Weil der Stoff ja so locker war, mußte ich eine feste Passe einnähen. Mit Hilfe eines  Couturebundes  Wird die Passe stabilisiert und der schräge Fadenlauf kann lose fallen. Auf die Naht ist noch zusätzlich  ein Kantenvliselineband  aufgebügelt.



Der Nahtreißverschluss ist noch mit einer Schlaufe und einm Knöpfchen abgesichert.


Ja , aber dann, nachdem der Rock 2 Tage auf meiner Puppe abgehängt war, verschob sich der Saum um gute 2 cm. Die mußte ich begradigen, zwei cm von der Kante doppelt absteppen, um die Fransen zu fixieren, und heraus kam ein sehr  kurzes Röckchen.





Das nunmehrige Kostüm  trägt sich wunderbar und die spätsommerlichen Temperaturen sind dafür ideal. 





Herzliche Grüße Bettina










Kommentare:

  1. Oh ist das toll! Sollte mir jemals dieser oder ein ähnlicher Stoff über den Weg laufen werde ich das schamlos nachnähen versuchen. Vielleicht muss ich aber dann nochmal nachfragen woraus der innenliegende Bund vom Rock genäht ist. Wie man in dieses Gewebe einen Naht-RV gerade rein bekommt ist mir auch schleierhaft.
    LG
    Martina

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    1. was für ein netter Kommentar Selbstverständlich kannst du das nachmachen, ber unbedingt einen furchtbar fransigen, lockeren Stoff verwenden, damits richtig schwierig wird. Der Bund besteht aus einem passgenauen Stück Rosshaar, ohne Nahtzugabe, einem ebensolchen, doch mit Nahtzugabe aus Organza. Die beiden sind mit engen Stichreihen zusammengesteppt. Diese beden,+ dem Passenfutterstoff auf den Bundansatz nähen. Fini. Alles andere ist langsame Arbeit, alles heften, wenn nötig doppelt, und den Stof wie rohe Eier behandeln. LG Bettina

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    2. Solche oder ähnliche Schwierigkeiten dachte ich mir fast. Trotzdem setze ich sowas mal auf meine Stoffkaufliste. Man wächst ja nur an seinen Aufgaben. Danke.
      Liebe Grüsse,
      Martina

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    3. Du hast recht, neue Ziele gilt es zu bezwingen, viel Erfolg, lG Bettina

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