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Sonntag, 19. Februar 2023

Kostüm mit Schnitt von Grasser , Teil 1

 Das Grasser Schnittmuster von Winterkostüm NR. 790 und 791  hat mir so gefallen, ganz schlicht, kleiner Kragen und ein langer Rock mit Schlitz. 



Ich muss sagen, dass ich einen Stoff zu Hause hatte, den ich letzten Sommer im Outlet der Firma Schneiders gekauft hatte, wie auch schon den für die Jacke im vorhergehenden Beitrag. Auch dieser war supergünstig und eine tolle Qualität. Das Orange, die Farbe war aber zufällig sehr ähnlich wie im Schnitt. 

Nachdem ich mit dem Rock begonnen hatte, war ich hin und weg, von der Passform, der ausführlichen Anleitung mit Fotodokumentation und den qualitativ hochwertigen Verarbeitungschritten. Weil ich die Schnitte nicht kannte, hab ich sogar einen Proberock genäht, der so gut saß, dass ich fast ohne!!! Änderungen mit meinem Stoff weitermachen konnte. Der Rock ist nicht schwierig, hoher Schlitz und kleiner Bund. 


Rock war bald fertig, ich hab ihn auch sofort angezogen. wenns nicht zu kalt ist auch mit der Herbstjacke , die ich vorher aus dem Doubleface der gleichen Stoffquelle genäht habe.





Ich zeig jetzt noch ein paar Fotos vom Rock, muss aber dazu sagen, dass ich ihn vorher sicher 10 Tage getragen habe. Das zu erwähnen scheint mir wichtig, da der Fall der Falte und der Sitz unverändert ist, was bei dem langen Rock nicht selbstverständlich ist. 




                                          
Eine feine Art den Saum zu gestalten


Nochmal eine Empfehlung der Grasser Schnitte, es gibt viel Anleitung, sehr hochwertige Verarbeitung. Einzig die Sprache kann zu Problemen führen, es wird in englisch geliefert. Mit den Möglichkeiten , die die Übersetzer Apps liefern ist das Verstehen aber auch keine Hexerei.
(Die haben eine Fotoauswahl, da kann man die einzelnen Absätze fotografieren, es wird sofort übersetzt geliefert, bei den technischen Ausdrücken nicht immer wirklich korrekt, doch für Näherinnen sicher verständlich genug) 

Herzlichst
Bettina




Dienstag, 27. Dezember 2022

Doubleface Wolljacke

 

Hier ist auch mein selbstgestrickter Pullover zu sehen, ich hab ihn noch gar nicht vorgestellt.

Bei meinem 4€/m Einkauf  eines Stoffüberhangs der Firma Schneiders war auch dieser etwas dickere Doubleface Wollstoff dabei. Die zwei Farben sind blau und beige-grau. Ich hab mich außen für den helleren Ton entschieden. Es sollte eine Wanderjacke werden, zum Spazierengehen, aber auch nicht zu sportlich. Außerdem sollten Blazer oder dünnere Jacken  darunter passen, auch für kältere Tage.

Von den vielen Schnitte im Heft Carta Modelli Nov 2019 gefielen mir viele, genommen habe ich dann diesen:

               

Er ist zwar aus einem dünneren Stoff im Heft, doch ist der Verschluss variabel und die Länge als Kurzmantel zu sehen. Ich habe kein Futter verwendet , (no na bei einem Doubleface) doch in den Ärmeln wollte ich dann doch eines, da schlüpft man besser hinein.


Die Nähte sind entweder mit französischer Naht (Seitennähte, Rückwärtige Naht, Ärmelnähte, Vordere Mittlere Teilungsnaht) oder mit Paspeleinfassung gearbeitet. Dafür habe ich mir extra ein Füßchen für das Nähen mit Paspeln besorgt und ich habe es auch nicht bereut. Die Paspel wurde aus einem leicht elastischem Baumwollstoff geschnitten, was jetzt nicht ideal war, aber tolerabel. Alle Paspelteile sind vor dem paspelieren zusammengenäht, denn während der Arbeit sollte das Band nicht ausreißen.

Es geht wunderbar schnell und sauber.



Die vordere Kante und der Saum sind  mit Vliseline verstärkt und mit der Hand genäht

Statt 2 Paspeltaschen habe ich gleich 4 genäht, ich dachte sicher ist sicher, die oberen wie bei einer Cabanjacke.



Der You Tube Kanal von Einer japanischen Näherei: Atelier Saison ist sehr inspirierend um neue Techniken auszuprobieren. Bei der Taschenkonstruktion habe ich mich genau an ihr Vorbild gehalten, es wird sehr akkurat genäht. Der Kanal is auch für viele andere Techniken sehr hilfreich, die genaue Arbeit hat mir imponiert. 


Bei den vielen Lagen im Kragen muss schön zurecht und zurückgeschnitten werden:

Ich wollte dann doch keine Knöpfe, der Verschluss sollte schlicht und eher unauffällig werden. Ich hab mich für 2 große Metall Drucker und 2 Pelzhakenverschlüsse entschieden. An den Dragonern und den Ärmelschlitzen musste aber schon noch eine Befestigung und ein Akzent her, es wurde eine kleine Stickerei :

           

Die Ärmelabschlüsse sind wie bei einem Blazer gearbeitet, statt Knöpfe eben die Stickerei.


Städtetaugliche Kombinationen  sind möglich, hier nur die für die Praterrunde zu sehen. 

Herzlichst

Bettina




Samstag, 17. September 2022

Leinenjersey Kleid mit Gruß vom Sommer

 

Vom Tramontana Couture Haus hab ich im Frühling diesen Leinenjersey beim Flohmarkt erstanden. Die schmale Stoffbreite und das geometrische Muster wollte ich mit einem bestimmten Schnitt verarbeiten. Nach tagelangem Suchen fand ich ihn endlich:  04/2011#116 von Burda Style



Und just am gleichen Tag stellt eine Nähfreundin in den Burda Kreationen ein Model mit diesem Schnitt vor! Sibylle hatte schon 3 Kleider daraus gefertigt und alle sind toll geworden, das spricht für den Schnitt.Er eignet sich wunderbar für einen groß gemusterten Stoff, weil er keine Abnäher hat oder sonst wie das Muster stark verändert. Am Halsausschnitt sind ein paar Fältchen angelegt und in der Taille ein Gummi zur Gestaltung, das wars. Die Schlitze am Bein gehen hoch hinauf, das bringt Bewegungsfreiheit, für ein Sommer- Badekleid gerade richtig. 


Ich habe die Schulternaht mit einem Köperband verstärkt, und auch den Gummi durch einen Tunnel aus Köperband gezogen, nicht direkt auf die Taille genäht, das ist angenehmer zu tragen. Der Armausschnitt ist mit einem Schrägband verstürzt. 



Wie ihr seht ein sehr schnell genähtes Kleid. 
Ich habe noch ein Sommerkleid vorzustellen, bei meinem späten Urlaub kommen die Fotos bei kälteren Temperaturen bei euch an.
herzlichst 
Bettina

Samstag, 30. Juli 2022

Seidenkleid mit Coutureblende und -saum






Oh, diesen herrlichen Seidenkrepp hatte ich schon seit meinem ersten Moods Fabrics Besuch aus LA aus dem Jahr 2015 zu Hause und jetzt war seine Zeit gekommen. Allerdings, ich hatte erst einmal eine Seide verarbeitet, ein Seidenchiffon Kleidchen doch das war lange her. Ich erinnere mich nur, dass es sehr aufwändig war. Nun, es fängt beim Zuschneiden an. Das Muster hat große runde Formen, ich mußte den Stoff am Boden auflegen um den schrägen Fadenlauf und das Muster hinzubekommen. damit der Stoff nicht davonrutscht, legte ich einen Viskosecrepp darunter. Das Oberteil hab ich geschlupferlt, den Rock nur mit exakt gleicher Nahtzugabe geschnitten. Weil ich den Schnitt ( Burda #109-08/2019) genau nachgemessen und auch die Weitenzugabe  bedacht habe, musste ich an der Taille je 1 cm zugeben. Auch das FBA (Full Bust Adjustment, also die Weitenanpassung der Brust) und das tiefersetzen des Brustpunktes ist alles eingearbeitet. 
Auf der Seite ohne Zip, habe ich eine Nahttasche mitgenäht. Die Nähte sind alle französisch, nur die Schulternaht und die Taillennaht ist eine Kappnaht. Das weitaus schwierigste aber war der Halsausschnitt und der Saum. Der V Ausschnitt im Schnitt gefiel mir nicht, ich machte ihn rund. Aus meinem Couturebuch hab ich die Anleitung für einen schönen Halsabschluss übernommen, doch aus Seide und mit einem Satinschrägband alles andere als leicht. 

Man näht zuerst eine Naht, bei mir ca. 1,5cm von der Kante weg, einen Staystitch. Dann schneidet man einen Schrägstreifen zu. Der wird mittig zusammengelegt und gebügelt. 



Ein Teil legt man dann genau zur Bügelkante nach innen und bügelt. Der andere Teil wird auch zur Mitte gelegt, doch um einen Hauch weiter weg, ca 1-1,5 mm . das sieht dann so aus. 


Den etwas schmäleren Teil nähe ich auf der Bügelkante im Abstand der Streifenbreite zum Staystitch auf die Ausschnittkante, lasse aber ca 3 cm vor und nach dem Ende frei.

                      

Nun wird die Rundung geschlossen.


und die Blende nach innen gelegt.


Man kann das jetzt absteppen, oder wie ich, mit der Hand annähen.



An Saum ist ein in der Mitte zusammengelegter und gebügelter Schrägstreifen er wird mit einer Naht an die Saumkante genäht 



nach innen geschlagen und mit der Hand angenäht.






Weiter Saum, im schrägen Fadenlauf geschnittenes Band und das auch noch aus rutschigem Seidensatin, das fordert schon ganz schön! 
Doch wenns dann fertig ist und ich mich daran erfreuen kann, ist die Arbeit allemal wert. 

                           

                           
Innenseite :

                          

Knöpfe für die Manschetten fanden sich in meinem Fundus. Einen Gürtel wollte ich auch, einen unauffälligen. Dazu hab ich eine Kordel mit Stoff überzogen und an die Enden Kordelstopper in Bronze gesteckt. Weil ich das Gürtelband in schrägen Fadenlauf zugeschnitten habe und die Kordel elastisch ist, nehme ich an, dass deshalb die Gürtelschnur nun so wellig fällt. Mich stört es nicht, vielleicht sogar ganz passend. 



Ich habe das Kleid nicht gefüttert, obwohl ich eine große Verfechterin von Futter bin. ich wollte die Seide aber leicht und luftig, und nicht zu damenhaft elegant, was es mit einem auch ganz dünnem Futter aber werden würde. Mein feines Seiden Unterkleid in passendem Rot ist hervorragend geeignet. 

                             

Als nächstes stelle ich euch einen Leinen Hosenanzug samt passendem Rock vor, mit einem Schnitt aus dem Jahr 1988. 

Herzlichst 
Bettina